Pfarrblatt der katholischen Kirche im Kanton Zuerich

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„Mozart!“, sagte ich. „Mozart?“, antwortete meine Freundin – stirnrunzelnd ob der kulturellen Flutwelle, die derzeit von Österreich über die zivilisierte Welt schwappt. Salzburg bietet nicht nur am 27. Januar, dem Tag, an dem vor 250 Jahren Johannes Chrysostomus Wolfgang Theophilus Mozart an der Getreidegasse geboren wurde, ein wahres Monsterprogramm: Aufführungen sämtlicher 22 Opern, über 200 Konzerte, 55 Messen und mehrere Ausstellungen sind geplant. Natürlich will da Wien nicht hintenanstehen. Über 160 neue Mozart-Bücher sind auf dem Markt, und in den Regalen der Musikgeschäfte drängen sich alte und neue Einspielungen. Zu ungeahnter Blüte gelangt auch das Merchandising-Geschäft, das neben den obligaten Mozartkugeln mit Mozart-Wurst, Mozart-Bier und Mozart-Reiswein aufwartet.
Kaum ein Künstler ist häufiger interpretiert und kontroverseren Thesen ausgesetzt gewesen als Mozart. Seine Musik ist leicht zugänglich und bleibt doch unauslotbar. Er hat sich der Gattungen und musikalischen Formen seiner Epoche scheinbar umstandslos bedient, um sie leichthändig in etwas Neues, Überraschendes zu verwandeln. „Die Wahrheit über Mozarts Musik ist, dass sie zutiefst emotional ist und leidenschaftlich und dunkel und gefährlich und fröhlich wie keine andere, die je geschrieben wurde“, sagt Simon Rattle, Dirigent der Berliner Philharmoniker.
Pompös oder in leiseren Tönen – dem Mozart-Jubiläum muss man sich stellen. Dieser Ansicht ist auch Stephan Klarer, Kantor an der Zürcher Liebfrauenkirche, wo Musik seit jeher einen grossen Stellenwert geniesst. Mozarts geistliche Musik auf konzertantem Niveau am angestammten Platz – in der Kirche – zu spielen, ist sein Beitrag zum 250. Geburtstag des Komponisten. Ein Fest der Musica Sacra in Zürichs katholischer Hauptkirche – Mozart, davon ist Stephan Klarer überzeugt, hätte seine Freude daran.

PIA STADLER

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