Pfarrblatt der katholischen Kirche im Kanton Zuerich

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Sie sind hier: Startseite Archiv 2006 forum Nr. 25, 2006 Freiwilligenarbeit fördert Kompetenzen
Fünf Jahre Sozialzeitausweis

Freiwilligenarbeit fördert Kompetenzen

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Freiwilligenarbeit fördert unzählige Kompetenzen – die durchaus bei Bewerbungen eine Rolle spielen. Seit fünf Jahren zeigt der Sozialzeitausweis die geleistete Arbeit und die dabei erworbenen Fähigkeiten auf.

"Die durch Freiwilligenarbeit erworbenen Kenntnisse und Erfahrungen gelten bei Personalverantwortlichen zunehmend auch als zusätzliche Qualifikationen bei Bewerbungen“, freut sich Andreas Feyer von der Fachstelle für kirchliche Freiwilligenarbeit der Caritas Zürich. „Dies hat kürzlich eine Studie nachgewiesen.“ Umso wichtiger sei es, die Arbeitsleistung und Kompetenzen der freiwillig Tätigen auch auszuweisen.
Seit dem UNO-Jahr der Freiwilligen 2001 ist dies nun gesamtschweizerisch und einheitlich möglich. „Der damals geschaffene Sozialzeitausweis ist eine riesige Errungenschaft“, erklärt Feyer: „Dass unter einem Titel drei Landessprachen und entsprechende Freiwilligenkulturen sowie ganz viele Freiwilligenverbände, vom Umweltschutz über Sport bis zu den Kirchen, sich zusammenraufen konnten, ist nicht selbstverständlich.“ So habe man sich beispielsweise auf eine Definition der Freiwilligenarbeit einigen müssen. Dazu gehört, dass sie unentgeltlich sein muss. „Spesenentschädigungen und kleine Sitzungsgelder können ausbezahlt werden, aber Freiwilligenarbeit ist keine Lohnarbeit – auch wenn der Lohn noch so klein ist“, hält Feyer fest. Diese Definition war nötig, um Dumpinglöhnen vorzubeugen und die wirklich ehrenamtliche Tätigkeit zu unterstützen. Der einheitliche Ausweis soll auch möglichst vielen in den Kirchen ehrenamtlich tätigen Menschen zugute kommen. Deshalb – und auch für Weiterbildung, Unterstützung und Beratung der Freiwilligen und ihrer Verantwortlichen in den Kirchgemeinden – hat die Katholische Kirche des Kantons Zürich eine eigene Fachstelle geschaffen, welche bei Caritas Zürich angegliedert ist.
Die Broschüre „Wegleitung der Kirchen zum Schweizerischen Sozialzeitausweis“ – im Internet unter www.kirchen.ch/sozialzeitausweis zu finden – unterstützt die Kirchgemeinden beim Ausstellen des Ausweises. „Mit dem Sozialzeitausweis wollen wir die Freiwilligen, die Wertschätzung der unentgeltlichen Arbeit und damit die Solidarität in unserer Gesellschaft stärken“, schreiben Bischof Amédée Grab und Pfarrer Thomas Wipf im Vorwort der Broschüre. „Am besten bestimmt jede Kirchgemeinde eine Person, welche als Koordinatorin und Verantwortliche aller Freiwilligenarbeit in dieser Pfarrei fungiert. Sie bestellt die Sozialzeitausweise und hilft den jeweiligen Gruppenverantwortlichen, diese auszustellen“, rät Feyer. Seine Fachstelle bietet auch Einführungskurse an, „und im Internet findet man alle Hilfen, bis zu Textbausteinen zum Ausfüllen des Ausweises“.
Ein Sozialzeitausweis sei vor allem für Junge sowie Frauen, welche in der Familienphase Freiwilligenarbeit leisten, wichtig – da er hier bei einer späteren Stellenbewerbung nützlich sein kann. Jedoch auch allen anderen soll der Sozialzeitausweis je länger, je mehr als Anerkennung ihres Einsatzes dienen. So erhalten Freiwillige seit kurzem einen „Kulturbonus“. Bis jetzt haben sich drei kulturelle Institutionen angeschlossen: Der Schweizer Museumspass, der Zoo Zürich sowie die Kulturzeitschrift „du“ bieten 20 bis 25 Prozent Vergünstigung bei Vorweisen des Sozialzeitausweises. Weitere Kulturermässigungen sollen dazukommen.

BEATRIX LEDERGERBER

www.kirchen.ch/sozialzeitausweis

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„Der Sozialzeitausweis ist eine riesige Errungenschaft“: Andreas Feyer-Krieger von der Fachstelle für kirchliche Freiwilligenarbeit bei der Caritas. FOTO: BEATRIX LEDERGERBER
„Der Sozialzeitausweis ist eine riesige Errungenschaft“: Andreas Feyer-Krieger von der Fachstelle für kirchliche Freiwilligenarbeit bei der Caritas. FOTO: BEATRIX LEDERGERBER-BAUMER