AMEN
Amen, das ist mehr als einfach ein christliches O. K.! Das hebräische Amen des jüdischen Gottesdienstes blieb in der christlichen Liturgie unübersetzt. Amen heisst: Es steht fest und es gilt! Gerade weil das Amen unübersetzt geblieben ist, verbindet es Christen aller Sprachen und Konfessionen. Als Antwort wird das Amen am Schluss eines Lobpreises gesprochen. Es folgt auch auf ein Bittgebet, das mit einem Lobpreis Gottes endet: „… denn dein ist das Reich und die Kraft …“. Zur Zustimmung gehört, dass man das Gesprochene auch verstanden hat. Paulus, der will, dass man auch mit dem Verstand betet, schreibt: „Wenn du nur im Geist den Lobpreis sprichst und ein Unkundiger anwesend ist, so kann er zu deinem Dankgebet das Amen nicht sagen; denn er versteht nicht, was du sagst“ (1. Kor 14,16). Das Amen beinhaltet auch ein Glaubensbekenntnis. Ich erkläre mich einverstanden und bekenne mich zu dem, was vor dem Amen im Gebet an Gott gerichtet worden ist. Vor dem Amen am Ende einer Predigt stand früher ein Lobpreis. Wir kennen das feierliche Amen als Antwort auf das eucharistische Hochgebet, dem ein langer Dialog mit Gott vorausgeht. Wir sprechen das Amen aber auch nach dem kurzen Dialog zwischen dem Kommunionspender und den Empfängern: Der Leib Christi – das Blut Christi! – Amen! Oder anders gesagt: So ist es! In der Offenbarung des Johannes ist Jesus selber das grosse Amen: „So spricht Er, der ‚Amen‘ heisst“ (Offb 3,14). Das Amen birgt deshalb in seinem Innersten die Quelle unseres Glaubens: Jesus Christus.
JÜRG STUKER, LITURGISCHES INSTITUT