Mentoring-Programm für junge Migrantinnen
Auf dem Lehrstellenmarkt haben es junge Migrantinnen besonders schwer. Als Frauen und Ausländerinnen sind sie doppelt benachteiligt. Ein beschränktes Beziehungsnetz, mangelhafte Informationen über die Berufsbildung in der Schweiz und Vorbehalte bei den Lehrbetrieben sind einige der Hürden, die sie zu überwinden haben. Zur Unterstützung beim Übergang von der Schule zum Beruf vermittelt „incluso“ berufstätige Frauen, welche junge Migrantinnen (Mentees) in ihrem letzten Schuljahr als Mentorinnen begleiten. Sie vermitteln nützliche Kontakte, üben Vorstellungsgespräche und zeigen, wie man sich erfolgreich bewirbt – und lernen ihrerseits eine fremde Kultur kennen und erweitern ihre Sozialkompetenz.
forum: Was leistet „incluso“ speziell im Rahmen von Armut und Bildung?
Susanne Mack, Co-Projektleiterin: Junge Migrantinnen in anforderungsniedrigen Schultypen sind besonders stark von Jugendarbeitslosigkeit betroffen. Der Kontakt zur Mentorin öffnet ihnen Türen und ermöglicht ihnen, eine Ausbildung zu absolvieren.
Welche konkreten Ergebnisse haben Sie bis anhin erreicht?
Die Unterstützung der jungen Frauen durch Mentorinnen hat dazu geführt, dass bis zum heutigen Stand des Projekts 80 junge Frauen eine Lehrstelle gefunden haben, 40 konnten ein Berufspraktikum absolvieren. Als wichtige qualitative Ergebnisse erachten wir eine Verbesserung des Selbstbewusstseins und der Eigenverantwortung unserer Zielgruppe.
Wie soll es weitergehen?
Das Projekt wird vorläufig bis 2008 weiterlaufen. Ab 2006 werden wir „incluso“ neu auch für junge Männer mit Migrationshintergrund anbieten. Um die jungen Männer adäquat bei der Lehrstellensuche begleiten zu können, werden noch interessierte, berufserfahrene Männer gesucht, die sich als Mentoren zur Verfügung stellen.
Nennen Sie drei Gründe, warum sich jemand bei Ihrem Projekt engagieren soll.
Sie wollen einen konkreten Beitrag zur Bekämpfung von Jugendarbeitslosigkeit leisten.
Sie wollen ihre sozialen und interkulturellen Kompetenzen erweitern.
Sie wollen ihre eigenen Berufs- und Lebenserfahrungen reflektieren und weitergeben.
PIA STADLER