Pfarrblatt der katholischen Kirche im Kanton Zuerich

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Solidarität in der Pfarrei St. Urban Winterthur

Diakonie so wichtig wie Liturgie

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Sterne für Randständige, Bistro mondial, interreligiöse Begegnungen, Erwerbslosenprojekt – die Pfarrei St. Urban Winterthur lebt in Solidarität mit den Ärmsten der eigenen Stadt und der Welt.

Im Advent wurden in St. Urban nicht nur Rorate-Gottesdienste gefeiert und das Weihnachtsfest vorbereitet. Die Sechstklässler haben im Unterricht auch Guetzli gebacken und auf Sterne gute Wünsche geschrieben. Beides haben sie den randständigen Menschen geschenkt, die von der ehemaligen Sozialarbeiterin der Pfarrei betreut werden. Dieses selbstverständliche Mitdenken an Menschen in Not hat in St. Urban Tradition. Zum Seelsorgeteam gehören nicht nur ein Pastoralassistent und eine Katechetin, sondern ebenso eine professionelle Sozialarbeiterin und ein Jugendarbeiter.

„Das Gegenteil von gut ist nicht schlecht, sondern gut gemeint.“ Der Leiter der Abteilung Animation und Bildung von Caritas, Daniel Wiederkehr, weiss, dass Hilfe für Menschen in Not in allen Pfarreien ein Anliegen ist. Denn gelebte Nächstenliebe gehört ebenso zu den Grundvollzügen des Pfarreilebens wie Liturgie oder Verkündigung. Nur: „Wo diese Hilfe professionell unterstützt wird, kann sie am meisten bewirken.“
Dies war in der Pfarrei St. Urban der Fall beim Projekt für Erwerbslose: Aus der offensichtlichen Notwendigkeit heraus startete Sozialarbeiterin Ineke Wiederkehr einen Vortrags- und Selbsthilfezyklus mit Betroffenen. „St. Urban war hier der Zeit voraus – sie haben ein Projekt angefangen, das auf reformierter Seite bereits auf kantonaler Ebene angelaufen war, auf katholischer Seite aber erst auf Anregung von St. Urban durch Caritas dann vernetzt und ökumenisch weitergebaut wurde“, sagt Caritas-Leiter Wiederkehr dazu. Nun läuft dieses Projekt unabhängig von der Pfarrei weiter.

GRENZEN ÜBERSCHREITEN
„Die diakonische Arbeit überschreitet permanent die Grenzen der Pfarrei“, erzählt denn auch St. Urbans Sozialarbeiterin Ineke Wiederkehr. „Alle Menschen sind unsere Nächsten, nicht nur wer in die Kirche kommt …“ So habe sie intensiven Kontakt mit der Caritas Zürich, um Angebote zu vernetzen und deren Fachwissen zu nutzen. Auch seien die meisten diakonischen Angebote ökumenisch, so der Besuchsdienst, der nicht pfarrei-, sondern quartiergebunden sei. „Diese Gruppe wächst kontinuierlich“, freut sich die Sozialarbeiterin. Sie betreut diese Helferinnen und Helfer, damit sie mit den kranken, alten und sterbenden Menschen, die sie besuchen, richtig umgehen können und dabei selber nicht ausbrennen. Für die rund 350 Freiwilligen der Pfarrei sorgt sie dafür, dass sie einen Freiwilligen-Ausweis bekommen, der ihre Arbeit dokumentiert. Die diakonische Ausrichtung der Pfarrei wird vom ganzen Seelsorgeteam unterstützt. So predigt Gemeindeleiter Ingo Bäcker durchaus auch einmal politisch – „nicht parteipolitisch, sondern gesellschaftspolitisch“, wie er unterstreicht. Es gebe soziale Anliegen, wo die Kirche nicht schweigen dürfe, ist er überzeugt. Die Aktivitäten der Pfarrei unterstreichen dies: Initiativen von Gemeindemitgliedern werden von der ganzen Pfarrei unterstützt, so Projekte in Bolivien, Brasilien und in den Philippinen. Im Herbst wurde das Bistro mondial eröffnet: Menschen und Familien aus verschiedenen Nationen und Kulturen stellen sich vor, mit ihrer Musik und mit kulinarischen Köstlichkeiten. Die drei Abende waren ein Erfolg und sollen im Frühling weitergeführt werden, ebenso wie die interreligiösen Begegnungen, die grossen Anklang gefunden hatten.

BEATRIX LEDERGERBER-BAUMER

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