Pfarrblatt der katholischen Kirche im Kanton Zuerich

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Sie sind hier: Startseite Archiv 2006 forum Nr. 10, 2006 Liebe Leserin, Lieber Leser
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Liebe Leserin, Lieber Leser

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Der Hauptbeitrag dieser Nummer ist dem 500-Jahr-Jubiläum der Schweizergarde
gewidmet, jener „Mini-Armee“, die für die Sicherheit des Papstes zu sorgen hat. Dieses bedeutende
Jubiläum wird mit verschiedenen Veranstaltungen gefeiert,
unter anderem mit dem grossen Gedenkmarsch von
150 ehemaligen Schweizergardisten von Bellinzona nach Rom. 723 Kilometer legen die Marschierenden in gerade mal 28 Tagen zu Fuss zurück in Erinnerung an die Indienstnahme ihrer
Kameraden vor 500 Jahren durch Papst Julius II. Jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe, befinden sich die Exgardisten auf dem letzten Abschnitt ihrer zweiten Marschwoche, irgendwo
zwischen Valpromaro und Altopascio in der Toskana. Und wenn Sie dieses Editorial lesen, werden sie bereits in Rom angekommen sein. Christsein heisse, sich auf den Weg machen und verfügbar sein, beteuerte Bischof Giacomo Grampa von
Lugano bei der Verabschiedung der Marschtruppe auf dem Castelgrande in Bellinzona und er hob den Mut hervor, den es brauche, sich in einer kirchenkritisch geprägten Zeit zur
Loyalität gegenüber dem Papst zu bekennen.
Mit seinem Lob und seiner Anerkennung befindet sich Bischof Grampa in guter Gesellschaft. Kritik an der Schweizergarde ist nur selten zu vernehmen. Eine Ausnahme stellt alt CVP-
Nationalrat Jacques Neirynck dar, der in einem Interview sagte: „Meiner Meinung nach braucht die katholische Kirche, genauso wie die anderen Religionen, keinen eigenen Staat. Und daher braucht sie auch keine Armee.“ Doch wenn es sie denn geben müsse, sehe er keinen Grund, warum man eines Tages nicht Männern – und vielleicht auch Frauen – aus anderen Nationen die Möglichkeit geben sollte, in die Leibgarde des Papstes
einzutreten, schliesslich sei der Katholizismus weltumspannend.
Auch wenn die Vorstellung, dass die päpstliche Leibwache einst nicht mehr „Schweizer“-Garde heissen könnte, zugegebenermassen etwas schmerzt, so ganz unberechtigt scheint mir die Kritik nicht.

JUDITH HARDEGGER

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