Pfarrblatt der katholischen Kirche im Kanton Zuerich

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Sie sind hier: Startseite Archiv 2005 forum Nr. 25, 2005 Liebe Leserin, Lieber Leser
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Liebe Leserin, Lieber Leser

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Vor einem Jahr haben wir im forum über christliche Lichtbräuche und ihre Symbolik berichtet. In diesem Jahr bringen wir zwei Beiträge über die neue Weihnachtsbeleuchtung der Bahnhofstrasse und über den Plan Lumière der Stadt Zürich. Weshalb sind wir auf diese Themen gestossen, die doch scheinbar weder mit Religion noch mit Kirche etwas zu tun haben? Licht hat Symbolkraft, weckt Empfindungen, steht für Gefühle, die weit über das hinausgehen, was in den nüchternen Unterlagen der Stadtverwaltung zum Plan Lumière zum Ausdruck kommt. Roland Jéol, der in seiner Heimatstadt Lyon eine grandiose Stadtbeleuchtung verwirklichen konnte und der auch für die neue Brückenbeleuchtung an der Limmat verantwortlich ist, bekommt glänzende Augen, wenn er von seinem Beleuchtungskonzept für Jerusalem spricht. Das sei das Grösste für einen Beleuchter, diesen geschichtsträchtigen Ort ins rechte Licht zu rücken. Er ist sich offensichtlich bewusst, dass Beleuchtung viel mehr bedeutet, als bloss ein paar Lampen zu installieren.
Für viele ist die Weihnachtsbeleuchtung in der Bahnhofstrasse fester Bestandteil der Advents- und Weihnachtszeit. Als ich vor zwei Jahren erfuhr, dass die alte, überaus populäre Beleuchtung einer neuen weichen sollte, wurde mir sofort klar, dass hier für uns ein spannendes Thema in der Luft hängen würde. An der Bahnhofstrasse wurde etwas äusserst Heikles versucht: eine beliebte Tradition zu unterbrechen und einen Neuanfang zu riskieren. Nicht abwarten, bis alle die Nase rümpfen, sondern dann Veränderungen wagen, wenn oberflächlich betrachtet noch alles im Lot ist. Damit wären wir vollends bei einer Heraus-forderung angekommen, vor der unsere Kirche und alle Menschen immer wieder stehen: Erneuerung im richtigen Augenblick, nicht erst dann, wenn es gar nicht mehr anders geht. 


THOMAS BINOTTO


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Thomas Binotto