Pfarrblatt der katholischen Kirche im Kanton Zuerich

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Ihr Ziel ist das Reich Gottes, ihr Weg die Nachfolge Jesu. Ihre Lebensform beinhaltet die drei Gelübde der Armut, der ehelosen Keuschheit und des Gehorsams, die ihnen helfen sollen, frei zu werden: frei, um mit anderen zu teilen; frei, um für andere da zu sein; und frei, um über sich verfügen zu lassen.
Um diesen gemeinsamen Kern hat sich bei den Orden und Kongregationen eine Vielfalt an Lebensformen ausgebildet: inner- oder ausserhalb der Klostermauern, im Habit oder in Zivil, streng hierarchisch gegliedert oder mit annähernd egalitären Strukturen. Mit Missionierungs- und Lehrauftrag oder absichtslos, in der Krankenpflege tätig, auf der Gasse oder in der Kunst – in beinahe allen Lebensbereichen sind Ordensleute präsent, bereit, ihre Ressourcen einzubringen.
Ihre alternative Lebensart fasziniert auch nach Jahrhunderten. Dass die Orden in der Leistungs- und Konsumgesellschaft trotzdem Nachwuchsprobleme haben, überrascht kaum. Vom Bestaunen bis zur Berufung ist es ein weiter Schritt. Ihn zu wagen, ist ein Risiko. Niemand garantiert Sicherheit. Es braucht Vertrauen und Mut. Vertrauen ins Leben und in die Kraft, die aus der Gottesbeziehung erwächst. Vertrauen in die Menschen, die den Weg überzeugend vorleben, den sie selbst zu gehen bereit sind.
„Ich möchte ein frag-würdiges Leben führen“, sagt der Jesuit Beat Altenbach. „Damit Menschen kommen und fragen, was mich zu diesem Lebensweg bewegt. Ich würde ihnen den Reichtum der Orden aufzeigen und den Schlüssel der Freiheit, der im christlichen Glauben liegt. Komm, würde ich dann hinzufügen, versuchs doch auch.“

PIA STADLER

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