Pfarrblatt der katholischen Kirche im Kanton Zuerich

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In der Schweiz nimmt sich durchschnittlich an jedem dritten Tag ein junger Mensch zwischen 15 und 25 Jahren das Leben. 150 sind es pro Jahr. Als Gründe sehen Fachleute steigende psychische Belastung, Zunahme von Stress und Drucksituationen, Beziehungsarmut. Die Zahlen, hinter denen sich Schicksale verzweifelter Menschen verbergen, erschrecken. Insgesamt zählt die Schweiz zu den Ländern mit der höchsten Suizidrate. Täglich setzen in unserem Land vier Menschen ihrem Leben ein Ende, das sind jährlich 1400 Personen, etwa 1000 Männer und 400 Frauen. Eine traurige Bilanz. Ob sich daraus Rückschlüsse auf den Zustand unserer Gesellschaft schliessen lassen, darüber sind sich die Experten uneinig.
Sicher ist, dass die Suizidrate keine naturgegebene Grösse ist. Das Bundesamt für Gesundheit will sie mit einer Kampagne in den nächsten zehn Jahren senken. „Politik und Gesundheitswesen müssen dringend das Ausmass dieses Problems erkennen und entsprechende Lösungen finden, insbesondere im Bereich der besseren Erfassung und Betreuung von Jugendlichen mit ernsthaften Suizidgedanken“, heisst es in einer Studie der Universität Bern.
Obwohl Selbsttötungen auch im Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen vorkommen, sind die meisten Suizidgefährdeten gesunde Jugendliche mit normalen Problemen. Was nicht klappt, ist in der Sturm-und-Drang-Zeit die Problemverarbeitung. Viele nehmen ihre Probleme zu schwer, steigern sich in etwas hinein oder sind allgemein unfähig, ihre Situation zu bewältigen. Oft spielen auch zu hohe Ideale eine Rolle. Der Blick auf die Welt verengt sich, das Kommunikationsverhalten ist gestört. Zwischen gefährdeten Jugendlichen und dem Umfeld findet kein Austausch mehr statt. „Bitte hört, was ich nicht sage“ lautet der Titel eines Buches über Jugendsuizid. Hinhören, auch zwischen den Sätzen. Denn meist wünschen sich suizidale Menschen nicht den Tod, sondern ein anderes Leben. 

PIA STADLER

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