Pfarrblatt der katholischen Kirche im Kanton Zuerich

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Sie sind hier: Startseite Archiv 2005 forum Nr. 15, 2005 Der Priester als Bezugsperson
Philippinermission in der Pfarrei Maria Lourdes in Zürich Seebach

Der Priester als Bezugsperson

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Ein tiefes religiöses Empfinden mit einer ausgeprägten Volksfrömmigkeit zeichnet die Philippiner und Philippinerinnen auch in der Deutschschweizer Mission aus. Ab 2006 werden sie von einem Priester und einer Ordensfrau ihrer Nationalität pastoral betreut.

Das Hauptanliegen der Philippinermission, die in der Pfarrei Maria Lourdes in Zürich Seebach beheimatet ist, ist klar: die seit November letzten Jahres vakante Priesterstelle zu besetzen. „Für die Philippiner ist der Priester sehr wichtig“, erklärt Alexander Gonzales, seit neun Jahren in Maria Lourdes als Pastoralassistent tätig, anfänglich ausschliesslich in der lokalen Seelsorge, seit der offiziellen Gründung der Philippinermission vor sechs Jahren zu 30 Prozent im Dienste seiner Landsleute. Priester und Ordensschwestern geniessen ein hohes Ansehen und gelten als Bezugspersonen in verschiedenen Lebensfragen. Gemäss Entscheid der Schweizerischen Bischofskonferenz soll ab 2006 ein philippinischer Priester zusammen mit einer philippinischen Ordensfrau von Zürich aus für die Philippinerseelsorge in der Deutschschweiz zuständig sein. Bis dahin behilft man sich in Seebach mit Seelsorgern aus anderen Pfarreien. Verschiedene Aktivitäten werden zudem zusammen mit dem philippinischen Zentrum Tuluyang Pinoy angeboten. „Wir sind in der Ausübung des Glaubens traditioneller als Schweizer“, begründet Alexander Gonzales die zentrale Stellung des Priesters. Charisma sollte der künftige Seelsorger haben, die Gläubigen begeistern können. Ansonsten steige die Gefahr, vor allem Jugendliche an ausserkirchliche Bewegungen zu verlieren.
Noch aber sind alle Generationen fest in der katholischen Mission verankert. Das zeigt der rege Besuch der Sonntagsmesse, zu der sich jeweils rund 80, an Feiertagen über 150 Gläubige einfinden. Während sich die Ältesten auf ihren Stock stützen, schlafen die Jüngsten im Kinderwagen. Fern der Heimat bietet die Mission religiöse und soziale Gemeinschaft, in der die Tradition weitergegeben und philippinische Identität aufgebaut wird. Dadurch erst werde die Integration in die Schweizer Gesellschaft möglich, auch wenn dies, so Gonzales, nicht immer gar so einfach sei.
Die Mentalitätsunterschiede seien gross: Stellten hierzulande Disziplin, Ordnung und Leistung zentrale Werte dar, herrschten in den Philippinen Lockerheit und ein flexibler Umgang mit der Zeit vor. Die Begegnung und Zusammenarbeit der beiden Kulturen ist dem Passtoralassistenten ein grosses Anliegen, zur Bereicherung aller. Im Februar reiste er deshalb mit einer Gruppe Jungwacht- und Blauringführer in sein Heimatland, um dort ein von der Pfarrei aus mitfinanziertes Entwicklungsprojekt zu besichtigen. Der zehntägige Besuch erfüllte Alexander Gonzales mit Stolz und die Schweizer Jugendlichen mit Begeisterung. Auch im Pfarreialltag klappt die Begegnung der Kulturen gut. Der grösste gemeinsame Anlass ist der Tag der Völker, zu dem die Philippiner mit Darbietungen auf der Bühne und kulinarischen Köstlichkeiten ihren Beitrag leisten.
Innerhalb der Mission herrscht rege Aktivität: Vorbereitung auf die Sakramente, Kinder- und Jugendlager, Retraiten, Glaubenskurse für Erwachsene, Chorproben. Musik sei für die Philippiner wichtig, auch im Gottesdienst. In der Musik fänden sich einzelne Gruppierungen, die sonst nur schwer zu vereinen seien. Den Dialog zwischen Menschen verschiedener Ethnien zu fördern, bleibt für Alexander Gonzales auch weiterhin ein vorrangiges Ziel.

PIA STADLER

Katholische Philippinermission
Seelsorger: Alexander Gonzales
Seebacherstrasse 3, 8052 Zürich. Tel. 044 301 36 62,
Fax 044 301 36 63, maria.lourdes@zh.kath.ch

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