Pfarrblatt der katholischen Kirche im Kanton Zuerich

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Flugticket weg, Pass weg, Geld weg – der Alptraum eines jeden Reisenden. Selbst wenn man weiss, dass man für solche Notfälle eine Versicherung hat und auch die Schweizer Botschaft anrufen kann – das Gefühl der Verlorenheit und des Ausgeliefertseins überfällt einen in dieser Situation unweigerlich. Was es aber für die zurzeit weltweit 40 Millionen Flüchtlinge und Vertriebenen bedeutet, nicht zu wissen, was mit ihnen in den nächsten Wochen und Monaten geschieht und ob sie je wieder in ihre Heimat zurückkehren werden, liegt jenseits unseres wohlstandsgesättigten Vorstellungsvermögens. Heimatlos zu sein, das bedeutet nicht nur, keinen Wohnungsschlüssel zu haben, sondern auch einen existentiellen Mangel an Sicherheit, an Akzeptanz, an Zugehörigkeit und an Selbstwertgefühl aushalten zu müssen. Im Jahr 2000 hat die UNO den 20. Juni als Weltflüchtlingstag festgelegt. Dieses Jahr steht er unter dem Motto „Die Courage von Flüchtlingen“. In ihrer Werbekampagne porträtiert das UNO Hochkommissariat für Flüchtlinge verschiedene Menschen, die den Mut hatten zu fliehen. So unterschiedlich die Geschichten und Hintergründe sind, den Fotos ist eines gemeinsam: Sie zeigen Männer und Frauen, die allem Leid zum Trotz unerschrocken, zuversichtlich und hoffnungsvoll in die Zukunft blicken. Der UN-Flüchtlingskommissar Ruud Lubbers schreibt: „Wir erleben täglich den unglaublichen Mut und das Durchhaltevermögen von Flüchtlingen, die alles verloren haben. Für sie ist jeder Tag, den sie im Exil oder auf der Flucht verbringen, ein Tag zu viel. Deshalb sollte der Weltflüchtlingstag für uns alle eine Zeit sein zum Innehalten und Nachdenken. Wenn die Flüchtlinge die Hoffnung nicht aufgeben, wie könnten wir es?“

JUDITH HARDEGGER

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