Pfarrblatt der katholischen Kirche im Kanton Zuerich

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Katholische Italienermission

Begegnung und Dialog

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Die katholische Italienermission ist aus der Schweizer Kirchenlandschaft nicht mehr wegzudenken. Ein Blick hinter die Kulissen.

Das Haus an der St. Gallerstrasse 18 in Winterthur platzte aus allen Nähten an jenem Samstagnachmittag Ende Februar. Viele Leute folgten der Einladung zur Eröffnungsfeier des umgebauten Centro Parrocchiale San Francesco. Sie nahmen an einer Hausführung teil, lauschten den Ansprachen und Festreden in italienischer und deutscher Sprache und genossen im Anschluss Köstlichkeiten vom Buffet all’italiana. Das Winterthurer Pfarreizentrum San Francesco ist eines der wichtigsten Zentren der italienischen Seelsorge im Kanton Zürich. Es will ein Ort des Dialogs und der Begegnung zwischen Menschen verschiedener Kulturen sein. Dialog und Zusammenarbeit von deutschsprachigen Pfarreien und der Missione Cattolica di lingua italiana (MCI) sind allerdings nicht immer so unbeschwert. „Wenn die Deutschsprachigen einfach sagen ‚Wir sind die Pfarrei, wir bestimmen, wie es läuft‘, so hat das mit Integration wenig zu tun“, meint Antonio Spadacini. Auch dass Ausländerinnen und Ausländer in den Zürcher Kirchgemeinden noch kein Stimm- und Wahlrecht haben, bedauert er.

DIE MISSIONE IN ZAHLEN
Antonio Spadacini ist Nationaldelegierter der italienischen Missionen in der Schweiz und damit Kontaktperson zwischen MCI und den Schweizer Bischöfen sowie Ansprechperson für die in der Schweiz tätigen Missionare. Er koordiniert deren Zusammenkünfte, regelt Personalfragen und unterhält Kontakte zur Dekanenkonferenz. Momentan gehören 73 Missionare, 97 Ordensschwestern und 16 Laienmitarbeiterinnen zur MCI Schweiz. Ein paar Zahlen: Im vergangenen Jahr wurden hierzulande 18’000 Messen von Italienermissionaren gehalten, davon 1500 in der Lokalsprache. Es wurden 1600 Kinder getauft, 385 Jugendliche gefirmt, 470 Paare getraut und 525 Personen beerdigt.

ZUSAMMENARBEIT
Ein weiteres wichtiges Tätigkeitsfeld der MCI sind die dreijährigen Theologiekurse, die seit 1978 angeboten werden. 300 Kurse mit durchschnittlich 30 Teilnehmenden waren es bisher. Viele der Kursabsolventen sind laut Antonio Spadacini sowohl in ihrer Pfarrei wie auch in der Missione engagiert, meist in der Freiwilligenarbeit. In jeder Missione seien mindestens dreissig Freiwillige tätig, in grösseren Gemeinden bis zu hundert. Und was machen die?
„Die engagieren sich zum Beispiel in Jugendkommissionen und Jugendgruppen“, so Spadacini. „Oder sie organisieren zwei-, dreimal pro Jahr einen Tag für junge Familien. Andere machen in der Lektorengruppe, in der Bibelgruppe oder im ‚Consiglio pastorale‘ mit.“ Der Nationaldelegierte freut sich über jede Zusammenarbeit dieser Gruppen mit ihren deutschsprachigen Pendants. Wenn für gewisse Gottesdienste wie zur Erstkommunion oder zum Tag der Völker Liturgiegruppen der Pfarrei und der MCI zusammenarbeiten oder wenn beide Pfarreiräte einen lebendigen Austausch pflegen und verschiedene Aktivitäten gemeinsam planen, dann ist für ihn die Pastoral einer ‚communio‘ zwischen Ausländern und Schweizern mehr als nur ein Slogan. „Damit dies gelingt, sind Anstrengungen von beiden Seiten nötig. Es müssen immer wieder neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Pfarrer, Missionar, pastoralen Mitarbeitern und Pfarreiräten gesucht werden.“

JUDITH HARDEGGER

MCI Delegazione
Brauerstrasse 101
8004 Zürich

Tel. 044 240 51 25

www.missioni.ch

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